News Detailansicht - Ruedi Lüthy Foundation

Act against Aids

«Wir müssen uns bestmöglich schützen»

Das Coronavirus hat Simbabwe erreicht: Die Newlands Clinic hat weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Damit wollen wir die Gesundheit unserer Mitarbeitenden und unserer Patientinnen sicherstellen. Klinik-Manager Matthias Widmaier gibt einen Einblick in die momentane Lage.

Ruedi Lüthy Foundation: Das Coronavirus hat auch in Simbabwe staatliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens nach sich gezogen. Die Grenzen sind zu und Menschenansammlungen von mehr als 50 Personen verboten. Wie ist die Stimmung in der Klinik?
Matthias Widmaier: Die Menschen leiden an Hunger und haben mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage zu kämpfen. Ausserdem ist die HIV-Diagnose für unsere Patientinnen und Patienten ohnehin eine grosse Belastung. Da scheint ihnen das Coronavirus momentan noch wenig Sorgen zu bereiten. Doch die Spannung steigt von Tag zu Tag, zusammen mit den zusätzlichen Informationen der Regierung. Wir müssen die Ruhe bewahren und arbeiten auf höchster Sicherheitsstufe, um unsere Patienten und Mitarbeitenden bestmöglich zu schützen.

RLF: Schutzmasken, Hygiene-Dispenser, Informationsplakate prägen das Bild der Klinik seit Wochen. Die neuen Massnahmen gehen noch viel weiter.

MW: Genau. Seit Montag dem 23. März müssen alle Patientinnen und Patienten erst eine Kontrolle beim Eingang passieren. Das heisst, unsere Mitarbeitenden messen Fieber, stellen Fragen zum Gesundheitszustand und allfälligen Risiken. Jeder, der hustet oder Fieber hat, erhält eine Maske und wird an eine Ärztin verwiesen. Bei Verdacht auf eine Corona-Infektion, überweisen wir die betroffene Person sofort ins dafür designierte Spital in Harare. Wir sind für die Behandlung von Corona-Infizierten nicht ausgerüstet. Mit diesen Massnahmen wollen wir das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich halten.

RLF: Stellt das Coronavirus für HIV-Patienten aufgrund ihrer Infektion eine besonders grosse Bedrohung dar? Gehören sie zur Risikogruppe?

MW: Wir wissen nicht, ob unsere Patientinnen und Patienten aufgrund ihrer HIV-Infektion schlimmere Symptome entwickeln. Es gibt noch nicht genug Daten von HIV-positiven Patienten, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Unsere Ärzte halten sich selbstverständlich diesbezüglich auf dem Laufenden, damit wir unsere Patienten vollumfänglich informieren können. Je besser unsere Patienten informiert sind, desto besser könne sie sich vor dem Coronavirus schützen.

RLF: Die Folgen der Corona-Epidemie in einem Land wie Simbabwe sind noch nicht absehbar. Wie gut ist die Newlands Clinic vorbereitet?
MW: Wir sind, so gut es unter den hiesigen Umständen überhaupt möglich ist, auf diese Krise vorbereitet. Unser oberstes Ziel ist, die HIV-Behandlung unserer Patienten auf jeden Fall aufrechtzuerhalten. Dabei können wir auf das grosse Fachwissen und die Erfahrung unserer Ärzteschaft und der Pflegefachkräfte zurückgreifen. Wir beobachten die Situation aufmerksam und passen unserer Massnahmen laufend an.