Act against Aids

Einblicke: Simba

Optimistisch in die Zukunft trotz HIV

Simba wurde bereits HIV-positiv geboren. Seine Mutter starb an Aids, als er sechs Jahre alt war. Im gleichen Jahr kam er in die Newlands Clinic, wo er nicht nur medizinische Hilfe, sondern auch Zuwendung und Unterstützung erfahren hat - das hat ihn geprägt.

«Ich habe einen Traum!»

Sehen Sie Simbas leuchtende Augen, wenn er im Video von seinem Traum erzählt, eines Tages Arzt zu werden. Er möchte später mithelfen, Leid und Not in seinem Land zu lindern.

Simbas Familie ist arm. Um die Grossfamilie zu ernähren, baut sein Vater Mais, Süsskartoffeln und Bohnen an. Doch die Ernte reicht oft nicht, weil es viel zu viel oder fast gar nicht regnet. Deshalb unterstützt die Newlands Clinic die Familie mit einem Maisanbau-Projekt. So kann sich die Familie über Wasser halten und Simba kann in der Schule sein Bestens geben.

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Neben der Schule hilft Simba seinem Vater auf dem Feld. Im Maisanbau-Projekt der Newlands Clinic hat sein Vater gelernt zu kompostieren, die Erde optimal vorzubereiten und beim Säen den richtigen Abstand einzuhalten.

HIV hat das Leben von Simbas Familie auf den Kopf gestellt. Seine Mutter ist an Aids gestorben. Sein ebenfalls HIV-positiver Vater hat wieder geheiratet – Simba bekam einen gesunden Halbbruder. Auch seine ältere Schwester hat dank der Therapie einen HIV-negativen Jungen zur Welt gebracht. Mit Unterstützung der Newlands Clinic kann die Patchwork-Familie wieder auf eigenen Beinen stehen.

Simba muss früh los, damit er pünktlich zum Unterricht kommt. Vor ihm liegt ein Fussmarsch von drei Kilometern. Früher kam er oft mit leerem Magen in der Schule an und konnte sich nur schwer konzentrieren.

Seit Simba sechs Jahre alt ist, wird er in der Newlands Clinic medizinisch betreut. Dank der regelmässigen Einnahme seiner Medikamente geht es ihm heute gut – und er kann seine Träume verfolgen.

Simbas grösster Traum ist es, später einmal Arzt zu werden. Dafür muss er zu den Besten in seiner Schule gehören - dafür arbeitet er hart. (Fotos: Simon Huber)

Einblicke: Austin

Hoffnung für Kinder mit HIV

In der New­lands Clinic werden auch zahlreiche Kinder behan­delt, die mit HIV geboren wurden. Der acht­jähri­ge Austin kommt immer zu­sam­men mit seiner Mutter und sei­nem Stief­vater zum Be­hand­lungs­termin. Die Klinik ist für die kleine Fami­lie fast ein zweites Zu­hause gewor­den.

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1/6: HIV trifft ganze Familien: Der achtjährige Austin, seine Mutter Tivesi und sein Stiefvater Jacob sind alle HIV-positiv und Patienten der Newlands Clinic.

2/6: Der regelmässige Behandlungstermin in der Klinik gehört mittlerweile zur Routine der Familie. Dabei wird die Wirksamkeit der Therapie überprüft. Diese muss streng eingehalten werden.

3/6: Austin mit seinem Krankenpfleger Tawanda. Der speziell für die Behandlung von Kindern ausgebildete Pfleger überprüft, ob sich Austins Gewicht normal entwickelt.

4/6: Sein Vater Jacob weiss gut über die Therapie Bescheid, die diszipliniert eingehalten werden muss. In einem Tagebuch trägt er ein, um welche Zeit er seine Medikamente eingenommen hat.

5/6: Da ein Tisch fehlt, macht Austin seine Hausaufgaben auf einem Harass. Englisch mag er am liebsten. Sein Schulgeld wird von der Klinik bezahlt, da seine Eltern es sich nicht leisten können.

6/6: Austins Eltern bauen etwas Gemüse und Mais an, so dass sie einigermassen über die Runden kommen. Damit er sich trotz HIV gesund entwickelt, erhält Austin zudem täglich eine Portion proteinreiches Milchpulver.
(Bilder: Patrick Rohr)

Austin ist auf den ersten Blick ein ganz normaler Junge: Er geht zur Schule, spielt gerne Fussball und kann keine Minute still sitzen. Doch da ist etwas, das ihn von anderen Kindern unterscheidet: Austin ist HIV-positiv zur Welt gekommen und wird sein Leben lang eine Therapie benötigen.

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Die lebensrettende Therapie

Als er zur Welt kam, wusste seine Mutter Tivesi noch nicht, dass sie das Virus in sich trägt. Ihr Partner hatte sie verlassen, und so war sie auf sich alleine gestellt mit dem Kind, das immer kränker wurde. Als Austin drei Jahre alt war, kam endlich Hilfe: Eine lokale Organisation brachte ihn zur Abklärung in die Newlands Clinic. Tivesi und Austin wurden positiv auf HIV getestet und begannen mit der lebensrettenden Therapie.

Mittlerweile ist aus dem Zweiergespann eine dreiköpfige Familie geworden. In der Newlands Clinic hat Tivesi nämlich nicht nur medizinische Hilfe, sondern auch ihren Partner gefunden. Jacob ist ebenfalls seit vielen Jahren Patient. Die kleine Familie lebt auf dem Gelände einer ehemaligen Farm, wo sie Mais und Gemüse anpflanzen. Doch bezahlte Arbeit gibt es weit und breit keine. Damit Austin trotzdem zur Schule gehen kann, bezahlt die Klinik die Gebühr.

Schritt für Schritt alles erfahren

Der Junge weiss, dass er im Blut kleine Teilchen hat, die ihn ohne die Medikamente krank machen würden, aber er weiss noch nicht, dass es HIV ist. «Er ist noch zu verspielt, um das zu verstehen», so die Eltern. Sie befürchten, dass er sich verplappern und er deshalb ausgegrenzt werden könnte. Bevor die Pubertät beginnt, wird er von seinem Pfleger Tawanda alles über HIV erfahren. Das ist meistens ein schmerzhafter Moment. Doch mit Hilfe seiner Eltern wird Austin einen Weg finden, mit der Krankheit zu leben.

Einblicke: Magret und Rosaline

Schneidern für ein besseres Leben

Magret und Rosaline hatten früher gar nichts zu tun. Dann konnten sie dank dem Berufs­aus­bildungs­pro­gramm für junge HIV-Patienten der Newlands Clinic eine kleine Firma gründen. «Unlimited Fashions» schnei­dert Heim­textilien – und eröffnet den jungen Frauen ganz neue Pers­pekti­ven.

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1/4: Die jungen Patientinnen Magret (links) und Roseline haben am Berufsausbildungsprogramm teilgenommen und zusammen mit einem jungen Mann eine eigene Firma gegründet.

2/4: Die jungen Leute können sich keine Miete leisten. Die Firma ist deshalb vorerst im Wohnzimmer von Magrets Grossmutter untergebracht.

3/4: Die Nähmaschine wurde den jungen Patienten als Grundausstattung zur Verfügung gestellt. Nur die vielen Stromunterbrüche machen ihnen zu schaffen. Ein Solarpanel soll das Problem bald lösen.

4/4: «Unlimited Fashions» verkauft auf den nahen Märkten und auf Bestellung Bettwäsche, Kissenüberzüge und andere Heimtextilien..
(Fotos: Patrick Rohr)

Magret und Rosaline empfangen uns in Mbare, einem dicht besiedelten Quartier in Harare. Sie wollen uns ihre Firma „Unlimited Fashions“ vorstellen, die sie zusammen mit Enoch, einem jungen Mann, gegründet haben. Die drei sind Patienten der Newlands Clinic, doch nichts deutet äusserlich darauf hin, dass sie HIV-positiv und lebenslang auf eine Therapie angewiesen sind.

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Magret, Rosaline und Enoch haben am Berufs­aus­bildungs­programm teil­genommen, das jungen Patientinnen und Patienten helfen soll, auf eigenen Beinen zu stehen. Denn junge HIV-positive Menschen leiden nicht nur unter der Stig­matisierung, sondern haben wegen der desolaten wirtschaft­lichen Lage auch beruflich kaum eine Pers­pektive. «Vorher sassen wir den ganzen Tag einfach nur herum», erzählt Magret. Viele werden ange­sichts der schwierigen Situation depressiv; junge Frauen heiraten oft früh und werden Mütter, obwohl sie gar nicht für ihre Kinder sorgen können.

Der Traum vom eigenen Laden

Auch Magret und Rosaline haben beide bereits ein Kind. Sie haben aber zum Glück ein Umfeld, das sie unter­stützt – und mit «Unlimited Fashions» nun auch eine kleine Einkommensquelle. Der Wettbewerb ist hart, aber mit Unter­stütz­ung ihres Mentors bleiben die drei dran. Im Wohn­zimmer liegen Kissen­bezüge und Bett­wäsche bereit, um auf dem nahen Markt verkauft zu werden. Enoch ist unter­wegs, um Material einzukaufen, Magret näht an der Maschine und Rosaline bereitet den Stoff vor. Ihre kleinen Kinder schlafen nebenan.

«Wir möchten einen Laden eröffnen», erzählen uns die jungen Frauen. Es liegt noch viel Arbeit vor ihnen, aber sie haben die Chance, die sich ihnen geboten hat, offen­sichtlich gepackt.