Act against Aids

Einblicke: Austin

Hoffnung für Kinder mit HIV

In der New­lands Clinic werden auch zahlreiche Kinder behan­delt, die mit HIV geboren wurden. Der acht­jähri­ge Austin kommt immer zu­sam­men mit seiner Mutter und sei­nem Stief­vater zum Be­hand­lungs­termin. Die Klinik ist für die kleine Fami­lie fast ein zweites Zu­hause gewor­den.

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1/6: HIV trifft ganze Familien: Der achtjährige Austin, seine Mutter Tivesi und sein Stiefvater Jacob sind alle HIV-positiv und Patienten der Newlands Clinic.

2/6: Der regelmässige Behandlungstermin in der Klinik gehört mittlerweile zur Routine der Familie. Dabei wird die Wirksamkeit der Therapie überprüft. Diese muss streng eingehalten werden.

3/6: Austin mit seinem Krankenpfleger Tawanda. Der speziell für die Behandlung von Kindern ausgebildete Pfleger überprüft, ob sich Austins Gewicht normal entwickelt.

4/6: Sein Vater Jacob weiss gut über die Therapie Bescheid, die diszipliniert eingehalten werden muss. In einem Tagebuch trägt er ein, um welche Zeit er seine Medikamente eingenommen hat.

5/6: Da ein Tisch fehlt, macht Austin seine Hausaufgaben auf einem Harass. Englisch mag er am liebsten. Sein Schulgeld wird von der Klinik bezahlt, da seine Eltern es sich nicht leisten können.

6/6: Austins Eltern bauen etwas Gemüse und Mais an, so dass sie einigermassen über die Runden kommen. Damit er sich trotz HIV gesund entwickelt, erhält Austin zudem täglich eine Portion proteinreiches Milchpulver.
(Bilder: Patrick Rohr)

Austin ist auf den ersten Blick ein ganz normaler Junge: Er geht zur Schule, spielt gerne Fussball und kann keine Minute still sitzen. Doch da ist etwas, das ihn von anderen Kindern unterscheidet: Austin ist HIV-positiv zur Welt gekommen und wird sein Leben lang eine Therapie benötigen.

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Die lebensrettende Therapie

Als er zur Welt kam, wusste seine Mutter Tivesi noch nicht, dass sie das Virus in sich trägt. Ihr Partner hatte sie verlassen, und so war sie auf sich alleine gestellt mit dem Kind, das immer kränker wurde. Als Austin drei Jahre alt war, kam endlich Hilfe: Eine lokale Organisation brachte ihn zur Abklärung in die Newlands Clinic. Tivesi und Austin wurden positiv auf HIV getestet und begannen mit der lebensrettenden Therapie.

Mittlerweile ist aus dem Zweiergespann eine dreiköpfige Familie geworden. In der Newlands Clinic hat Tivesi nämlich nicht nur medizinische Hilfe, sondern auch ihren Partner gefunden. Jacob ist ebenfalls seit vielen Jahren Patient. Die kleine Familie lebt auf dem Gelände einer ehemaligen Farm, wo sie Mais und Gemüse anpflanzen. Doch bezahlte Arbeit gibt es weit und breit keine. Damit Austin trotzdem zur Schule gehen kann, bezahlt die Klinik die Gebühr.

Schritt für Schritt alles erfahren

Der Junge weiss, dass er im Blut kleine Teilchen hat, die ihn ohne die Medikamente krank machen würden, aber er weiss noch nicht, dass es HIV ist. «Er ist noch zu verspielt, um das zu verstehen», so die Eltern. Sie befürchten, dass er sich verplappern und er deshalb ausgegrenzt werden könnte. Bevor die Pubertät beginnt, wird er von seinem Pfleger Tawanda alles über HIV erfahren. Das ist meistens ein schmerzhafter Moment. Doch mit Hilfe seiner Eltern wird Austin einen Weg finden, mit der Krankheit zu leben.

Einblicke: Magret und Rosaline

Schneidern für ein besseres Leben

Magret und Rosaline hatten früher gar nichts zu tun. Dann konnten sie dank dem Berufs­aus­bildungs­pro­gramm für junge HIV-Patienten der Newlands Clinic eine kleine Firma gründen. «Unlimited Fashions» schnei­dert Heim­textilien – und eröffnet den jungen Frauen ganz neue Pers­pekti­ven.

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1/4: Die jungen Patientinnen Magret (links) und Roseline haben am Berufsausbildungsprogramm teilgenommen und zusammen mit einem jungen Mann eine eigene Firma gegründet.

2/4: Die jungen Leute können sich keine Miete leisten. Die Firma ist deshalb vorerst im Wohnzimmer von Magrets Grossmutter untergebracht.

3/4: Die Nähmaschine wurde den jungen Patienten als Grundausstattung zur Verfügung gestellt. Nur die vielen Stromunterbrüche machen ihnen zu schaffen. Ein Solarpanel soll das Problem bald lösen.

4/4: «Unlimited Fashions» verkauft auf den nahen Märkten und auf Bestellung Bettwäsche, Kissenüberzüge und andere Heimtextilien..
(Fotos: Patrick Rohr)

Magret und Rosaline empfangen uns in Mbare, einem dicht besiedelten Quartier in Harare. Sie wollen uns ihre Firma „Unlimited Fashions“ vorstellen, die sie zusammen mit Enoch, einem jungen Mann, gegründet haben. Die drei sind Patienten der Newlands Clinic, doch nichts deutet äusserlich darauf hin, dass sie HIV-positiv und lebenslang auf eine Therapie angewiesen sind.

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Magret, Rosaline und Enoch haben am Berufs­aus­bildungs­programm teil­genommen, das jungen Patientinnen und Patienten helfen soll, auf eigenen Beinen zu stehen. Denn junge HIV-positive Menschen leiden nicht nur unter der Stig­matisierung, sondern haben wegen der desolaten wirtschaft­lichen Lage auch beruflich kaum eine Pers­pektive. «Vorher sassen wir den ganzen Tag einfach nur herum», erzählt Magret. Viele werden ange­sichts der schwierigen Situation depressiv; junge Frauen heiraten oft früh und werden Mütter, obwohl sie gar nicht für ihre Kinder sorgen können.

Der Traum vom eigenen Laden

Auch Magret und Rosaline haben beide bereits ein Kind. Sie haben aber zum Glück ein Umfeld, das sie unter­stützt – und mit «Unlimited Fashions» nun auch eine kleine Einkommensquelle. Der Wettbewerb ist hart, aber mit Unter­stütz­ung ihres Mentors bleiben die drei dran. Im Wohn­zimmer liegen Kissen­bezüge und Bett­wäsche bereit, um auf dem nahen Markt verkauft zu werden. Enoch ist unter­wegs, um Material einzukaufen, Magret näht an der Maschine und Rosaline bereitet den Stoff vor. Ihre kleinen Kinder schlafen nebenan.

«Wir möchten einen Laden eröffnen», erzählen uns die jungen Frauen. Es liegt noch viel Arbeit vor ihnen, aber sie haben die Chance, die sich ihnen geboten hat, offen­sichtlich gepackt.

Einblicke: Maisbauer Augustine

Zurück ins Leben

Augustines Familie wurde schwer von der HIV/Aids-Epidemie getroffen. Dank der Hilfe der Newlands Clinic sollen sie bald wieder auf eigenen Beinen stehen können.

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1/6: Der Maisbauer Augustine hat seine erste Frau wegen Aids verloren. Er, seine Tochter Gracious und sein Sohn Talent sind alle drei HIV-positiv und in der Newlands Clinic in Behandlung.

2/6: Der Familienvater baut Mais, Süsskartoffeln und Bohnen an. Im Maisanbau-Projekt der Newlands Clinic hat er gelernt, bei der Aussaat den richtigen Abstand einzuhalten, damit die Pflanzen gut wachsen. Sein erster Enkel ist im Tragtuch bereits dabei.

3/6: Im Jahr 2016 machten vielen Patienten der Newlands Clinic die Folgen einer schweren Dürre zu schaffen. Auch der Wasserstand in Augustines Brunnen, mit dem er die Pflanzen bewässert, ist sehr niedrig.

4/6: Augustines zweite Frau Constance ist HIV-negativ. Das Paar wurde in der Klinik umfassend über die Übertragungswege informiert. Ist das Virus unterdrückt, ist eine Ansteckung praktisch ausgeschlossen.

5/6: Während Augustines Sohn Talent bei der Geburt mit HIV angesteckt wurde, ist sein kleiner Sohn Trevor aus zweiter Ehe gesund. Auch sein erster Enkel - Gracious Sohn - kam dank der Therapie HIV-negativ zur Welt.

6/6: Die Familie auf dem Rückweg von ihrem kleinen Fruchtgarten, wo Avocados, Guaven und Pfirsiche wachsen. Sie ist mit Hilfe der Newlands Clinic auf dem Weg in eine Zukunft ohne HIV.
(Fotos: Patrick Rohr)

Felder soweit das Auge reicht und eine grosse Stille, die nur ab und zu von Hundegebell unterbrochen wird: In Chishawasha, einer Siedlung etwas ausserhalb von Harare, hat man das Gefühl, mitten auf dem Land zu sein. Hier lebt Augustine mit seiner Patchwork-Familie. HIV hat das Leben der Familie auf den Kopf gestellt. Seine erste Frau ist an Aids gestorben, und Augustine und zwei der drei gemeinsamen Kinder sind HIV-positiv und in der Newlands Clinic in Behandlung.

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Mit Maisanbau für die Familie sorgen

Mittlerweile hat Augustine wieder geheiratet und einen Sohn bekommen. Um die Grossfamilie zu ernähren, baut der Familienvater Mais, Süsskartoffeln und Bohnen an. Doch die Ernte reicht oft nicht, weil es viel zu viel oder fast gar nicht regnet. 150 Patienten der Newlands Clinic, die etwas Land besitzen, werden deshalb mit einem Maisanbau-Projekt unterstützt. Augustine hat so gelernt zu kompostieren, die Erde optimal vorzubereiten und beim Säen den richtigen Abstand einzuhalten. Die erste Ernte war wegen der Dürre noch bescheiden, aber die effiziente Anbautechnik scheint zu fruchten, und so sollte er bald selber für seine Frau und die Kinder sorgen können.

Das Ziel: eine HIV-freie Generation

Das Leben der Familie scheint endlich eine positive Wendung zu nehmen. Augustines kleiner Sohn Trevor ist gesund, und auch seine Tochter Gracious hat dank der Therapie einen HIV-negativen Jungen zur Welt gebracht. Die Hilfe der Newlands Clinic kommt auch dem ersten Enkel zugute: Gracious besucht eine Selbsthilfegruppe für junge Mütter und lernt dort, wie sie besser für ihren Sohn sorgen kann. Augustines Familie ist auf dem besten Weg in eine HIV-freie Zukunft.