Act against Aids

Einblicke: Rumbidzai

Unterstützung für ein besseres Leben

Rumbidzai ist seit bald 15 Jahren Patientin in der Newlands Clinic. Selbst HIV-positiv, hat sie ihren Mann und drei ihrer fünf Kinder an Aids verloren. Die 54-jährige Mutter sorgt praktisch allein dafür, dass alle genug zu essen haben.

«Ich muss leben - wer kümmert sich sonst um meine Familie?»

Rumbi kämpft Tag für Tag um das Überleben ihrer Familie. Im Rahmen des Maisanbau-Programms der Newlands Clinic baut sie Mais an. Mit der Ernte kann sie ihre Familie selbständig ernähren. Im Video erzählt sie von ihrem grössten Traum - ihre Enkelin soll es später besser haben.

Der Morgen ist noch jung, der Nebel liegt zwischen den Hütten der Armensiedlung Hatcliffe. Rumbidzai bindet sich ihr grünes Tuch um den Kopf und weckt leise ihre Enkeltochter Shayleen. Zu Fuss begleitet sie Shayleen in die Schule – Tag für Tag zwei Kilometer hin und zwei zurück. Rumbidzai ist HIV-positiv und seit 15 Jahren Patientin in der Newlands Clinic. Aids hat ihr Leben verändert. Früher war sie Lehrerin und unterrichtete an der Schule. Heute bastelt sie aus Plastikabfall Schmuck und Taschen, um etwas dazu zu verdienen.

Einblicke: Simba

Optimistisch in die Zukunft trotz HIV

Simba wurde bereits HIV-positiv geboren. Seine Mutter starb an Aids, als er sechs Jahre alt war. Im gleichen Jahr kam er in die Newlands Clinic, wo er nicht nur medizinische Hilfe, sondern auch Zuwendung und Unterstützung erfahren hat - das hat ihn geprägt.

«Ich habe einen Traum!»

Sehen Sie Simbas leuchtende Augen, wenn er im Video von seinem Traum erzählt, eines Tages Arzt zu werden. Er möchte später mithelfen, Leid und Not in seinem Land zu lindern.

Simbas Familie ist arm. Um die Grossfamilie zu ernähren, baut sein Vater Mais, Süsskartoffeln und Bohnen an. Doch die Ernte reicht oft nicht, weil es viel zu viel oder fast gar nicht regnet. Deshalb unterstützt die Newlands Clinic die Familie mit einem Maisanbau-Projekt. So kann sich die Familie über Wasser halten und Simba kann in der Schule sein Bestens geben.

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Neben der Schule hilft Simba seinem Vater auf dem Feld. Im Maisanbau-Projekt der Newlands Clinic hat sein Vater gelernt zu kompostieren, die Erde optimal vorzubereiten und beim Säen den richtigen Abstand einzuhalten.

HIV hat das Leben von Simbas Familie auf den Kopf gestellt. Seine Mutter ist an Aids gestorben. Sein ebenfalls HIV-positiver Vater hat wieder geheiratet – Simba bekam einen gesunden Halbbruder. Auch seine ältere Schwester hat dank der Therapie einen HIV-negativen Jungen zur Welt gebracht. Mit Unterstützung der Newlands Clinic kann die Patchwork-Familie wieder auf eigenen Beinen stehen.

Simba muss früh los, damit er pünktlich zum Unterricht kommt. Vor ihm liegt ein Fussmarsch von drei Kilometern. Früher kam er oft mit leerem Magen in der Schule an und konnte sich nur schwer konzentrieren.

Seit Simba sechs Jahre alt ist, wird er in der Newlands Clinic medizinisch betreut. Dank der regelmässigen Einnahme seiner Medikamente geht es ihm heute gut – und er kann seine Träume verfolgen.

Simbas grösster Traum ist es, später einmal Arzt zu werden. Dafür muss er zu den Besten in seiner Schule gehören - dafür arbeitet er hart. (Fotos: Simon Huber)

Einblicke: Magret und Rosaline

Schneidern für ein besseres Leben

Magret und Rosaline hatten früher gar nichts zu tun. Dann konnten sie dank dem Berufs­aus­bildungs­pro­gramm für junge HIV-Patienten der Newlands Clinic eine kleine Firma gründen. «Unlimited Fashions» schnei­dert Heim­textilien – und eröffnet den jungen Frauen ganz neue Pers­pekti­ven.

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1/4: Die jungen Patientinnen Magret (links) und Roseline haben am Berufsausbildungsprogramm teilgenommen und zusammen mit einem jungen Mann eine eigene Firma gegründet.

2/4: Die jungen Leute können sich keine Miete leisten. Die Firma ist deshalb vorerst im Wohnzimmer von Magrets Grossmutter untergebracht.

3/4: Die Nähmaschine wurde den jungen Patienten als Grundausstattung zur Verfügung gestellt. Nur die vielen Stromunterbrüche machen ihnen zu schaffen. Ein Solarpanel soll das Problem bald lösen.

4/4: «Unlimited Fashions» verkauft auf den nahen Märkten und auf Bestellung Bettwäsche, Kissenüberzüge und andere Heimtextilien..
(Fotos: Patrick Rohr)

Magret und Rosaline empfangen uns in Mbare, einem dicht besiedelten Quartier in Harare. Sie wollen uns ihre Firma „Unlimited Fashions“ vorstellen, die sie zusammen mit Enoch, einem jungen Mann, gegründet haben. Die drei sind Patienten der Newlands Clinic, doch nichts deutet äusserlich darauf hin, dass sie HIV-positiv und lebenslang auf eine Therapie angewiesen sind.

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Magret, Rosaline und Enoch haben am Berufs­aus­bildungs­programm teil­genommen, das jungen Patientinnen und Patienten helfen soll, auf eigenen Beinen zu stehen. Denn junge HIV-positive Menschen leiden nicht nur unter der Stig­matisierung, sondern haben wegen der desolaten wirtschaft­lichen Lage auch beruflich kaum eine Pers­pektive. «Vorher sassen wir den ganzen Tag einfach nur herum», erzählt Magret. Viele werden ange­sichts der schwierigen Situation depressiv; junge Frauen heiraten oft früh und werden Mütter, obwohl sie gar nicht für ihre Kinder sorgen können.

Der Traum vom eigenen Laden

Auch Magret und Rosaline haben beide bereits ein Kind. Sie haben aber zum Glück ein Umfeld, das sie unter­stützt – und mit «Unlimited Fashions» nun auch eine kleine Einkommensquelle. Der Wettbewerb ist hart, aber mit Unter­stütz­ung ihres Mentors bleiben die drei dran. Im Wohn­zimmer liegen Kissen­bezüge und Bett­wäsche bereit, um auf dem nahen Markt verkauft zu werden. Enoch ist unter­wegs, um Material einzukaufen, Magret näht an der Maschine und Rosaline bereitet den Stoff vor. Ihre kleinen Kinder schlafen nebenan.

«Wir möchten einen Laden eröffnen», erzählen uns die jungen Frauen. Es liegt noch viel Arbeit vor ihnen, aber sie haben die Chance, die sich ihnen geboten hat, offen­sichtlich gepackt.